Ministry for Education and Research of the Federal Republic of Germany

05/19/2019 | Press release | Distributed by Public on 05/19/2019 12:21

Felix-Burda Award

Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek MdB, anlässlich der Verleihung in Berlin

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Frau Dr. Maar,

liebe Gäste,

Gesundheit ist das, was wir alle erst richtig zu schätzen wissen, wenn uns eine Krankheit trifft. Erst dann begreifen wir, wie kostbar unser Alltag ist. Jeden Morgen aufstehen, zur Arbeit gehen, sich um die Familie kümmern.

Im Angesicht einer für viele auch heute noch tödlichen Krankheit wie Krebs fragen wir uns dann immer wieder:

Hätten wir etwas dafür tun können, dass es nicht so weit kommt? Oder:

Gibt es eine Therapie, die mir helfen kann? Oder:

Mit wem kann ich über diese Krankheit sprechen?

Wer teilt mit mir Gefühle und Erfahrungen?

Mit diesen Fragen wollen wir die Betroffenen nicht allein lassen, sondern systematisch alle Hebel in Bewegung setzen, das Wissen dazu zu vertiefen und zum Wohl der Betroffenen aber auch der ganzen Gesellschaft zu nutzen.

Deshalb freut es mich sehr, heute Abend hier bei Ihnen sein zu dürfen, denn die Felix-Burda-Stiftung engagiert sich ja schon lange gegen diese Krankheit beziehungsweise speziell gegen den Darmkrebs.

Mit der von mir und meinem Kollegen Jens Spahn ausgerufenen Nationalen Dekade gegen Krebs werden wir auch von Seiten der Bundesregierung alles dafür tun, um einer Volkskrankheit wie dem Krebs die Stirn zu bieten und zehn Jahre lang alle Kräfte zu mobilisieren, möglichst große Fortschritte im Kampf gegen den Krebs zu erreichen.

Liebe Frau Dr. Maar, lassen Sie mich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und Ihnen herzlich für Ihren Einsatz in der Dekade danken.

Sie sind nicht nur Mitglied in unserem Strategiekreis, den mein hier heute auch anwesender Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel leitet, sondern haben zusammen mit Herrn Professor Brenner auch die Leitung des Arbeitskreises Prävention übernommen.

Ihr Engagement ist Teil des Netzwerkes, das wir knüpfen, um die bestmögliche Prävention, Diagnose und Therapie im Kampf gegen den Krebs zu erreichen.

Allen hier Anwesenden kann ich nichts Neues über diese heimtückische Krankheit mehr erzählen.

Aber ich darf mir vielleicht erlauben, Ihnen unser Engagement politisch einzuordnen.

Studien haben gezeigt:

Rund ein Drittel aller Krebsfälle wäre vermeidbar.
Hier setzen wir an.

Bei der Nationalen Dekade gegen Krebs wird es darum gehen, gute und sinnvolle Früherkennungsmaßnahmen für verschiedene Krebsarten zu entwickeln.
Und vor allem auch zu erkennen, welche Gruppen ein besonders hohes Risiko haben, an Krebs zu erkranken und daher besondere Vorsorgemaßnahmen treffen müssen. Und welche Gruppen vielleicht auch gerade nicht.

Seit vielen Jahren engagiert sich die Felix-Burda-Stiftung intensiv für die Prävention von Darmkrebs. Gerade bei Darmkrebs ist Prävention enorm erfolgreich.

180.000 Krebserkrankungen hat das Darmkrebs-Screening allein in den ersten 10 Jahren seit Einführung verhindert.
Das sind 180.000 Menschen, denen schweres Leid erspart wurde.

Zum Beispiel ist längst klar: Männer und Frauen, in deren Familien Darmkrebs häufiger auftritt, haben ein höheres Risiko Darmkrebs zu bekommen. Auch in jungen Jahren.
Sie, Frau Dr. Maar, schildern das immer wieder eindrücklich und machen junge Menschen darauf aufmerksam. Damit sie in der Familie nachfragen. Damit sie Vorsorgemöglichkeiten wahrnehmen.
Vorsorgemöglichkeiten, die unser Gemeinwesen gern bereitstellt, und die auch immer wieder verbessert werden müssen. Daran arbeiten wir während der Dekade.

Wir möchten mit der Nationalen Dekade den Menschen aber auch bewusst machen:
Jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen, sein ganz persönliches Krebsrisiko zu senken.

Dabei werden wir auf junge Menschen anders zugehen müssen als auf ältere.
Und wir müssen überlegen, wie wir Lebensumgebungen gesundheitsfördernd gestalten.

Wir können noch viel tun, um das Wissen von Prävention, Diagnose und Therapie zu erweitern.

Gerade auch die Künstliche Intelligenz bietet uns enorme neue Möglichkeiten.

Mustererkennung in Krankheitsverläufen kann uns ganz neue Erkenntnisse bescheren.

Deshalb wollen wir die Möglichkeit bieten, digital und freiwillig Krankendaten für die Forschung zur Verfügung zu stellen.

Damit können wir nicht nur der Forschung neue Möglichkeiten eröffnen, sondern auch zeigen, dass technologischer Fortschritt zum Wohle des Menschen wirken kann.

Denn - bitte verzeihen Sie mir, aber ich muss diesen Appell heute an Sie richten - wir müssen gemeinsam alles dafür tun, die Grundlagen unseres Lebens zu erhalten.

Wir feiern in diesen Tagen den 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes.

Dort sind alle Errungenschaften unseres friedlichen und freiheitlichen Miteinanders verankert - die Würde des Menschen, die persönliche Freiheit, die Freiheit der Wissenschaft, etc.

Alles das sozusagen - was uns in Frieden und Freiheit den Wohlstand gebracht hat, den wir heute in Deutschland erleben und den wir scheinbar für selbstverständlich halten.

Unser friedliches Miteinander ist aber nicht selbstverständlich.

Das Vertrauen in unsere Institutionen, in die Wissenschaft, in die freie Presse geht zurück.

Wir müssen uns unser Miteinander deshalb täglich wieder neu erarbeiten.

Digitalisierung und Globalisierung fordern die Menschen in einem bisher nicht gekannten Maß.

Aber wir müssen uns dieser Herausforderung stellen.

Die Nationale Dekade gegen Krebs soll auch zeigen:

Der technologische Fortschritt macht unser Leben besser und leichter.

Wir nutzen die neuen Möglichkeiten, um zusammen mit Forschern, Ärzten, Pflegekräften, Ehrenamtlichen und auch Patienten an allen Hebeln zu wirken, die uns dem Ziel, Krebs zu besiegen, näher bringen können.

Gemeinsam sind wir stark!

Gemeinsam können wir etwas erreichen.

Der Fortschritt für die Menschen muss sichtbar werden.

Dieses Land ist stark.

  • Stark in der Wirtschaft,
  • stark in der Wissenschaft,
  • stark in der Forschung
  • und richtig stark übrigens im ehrenamtlichen Engagement gegen den Krebs.

Wenn jetzt auch in Europa der Kampf gegen den Krebs zu einem Schwerpunkt wird, bedeutet das: mehr Daten, mehr Erkenntnis, mehr Möglichkeiten.

Wenn wir zusammenhalten - in Deutschland und in Europa - dann können wir weiterhin sehr erfolgreich sein.

Bildung und Forschung sind Schwerpunkte in Deutschland und Europa.

Der Kampf gegen den Krebs braucht jede Unterstützung.

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger,

Ihr Engagement ist unverzichtbar.

Sie leisten einen großen Beitrag im Kampf gegen den Krebs.

Sie leisten damit aber auch einen großen Beitrag für die Zuversicht der Menschen in unserem Land.

Lassen Sie mich Ihnen auch jetzt schon herzlich danken für Ihren Einsatz.

Ich bin täglich stolz auf Menschen wie Sie. Menschen,

  • die sich für unser Land engagieren,
  • die sich um die Menschen in unserem Land verdient machen.

Liebe Frau Dr. Maar,

herzlichen Dank für die Einladung zur Verleihung des Felix-Burda-Award.

Und Ihnen allen einen inspirierenden Abend.