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Landkreis Harburg

04/16/2018 | News release | Distributed by Public on 04/16/2018 06:30

Monatspost von Ihrer Gleichstellungsbeauftragten: Stoppt Sexismus in der Werbung

Ein Uhrenhersteller wirbt mit dem Spruch 'Scheiben putzen ist Männersache. Bis 42 mm Durchmesser.' Das Ferienland Schwarzwald lockt Touristen mit der Silhouette einer nackten Frau und dem Slogan 'Große Berge, feuchte Täler und jede Menge Wald'. Derart geschmacklose Werbung ist längst nicht mehr zeitgemäß und bringt nicht nur die Organisation Pinkstinks oder Aktivistinnen von Terre des Femmes auf die Palme, die jährlich den Negativ-Preis 'Der zornige Kaktus' für frauenfeindliche Werbung verleiht.

Auch das Bundesland Niedersachsen beteiligt sich jetzt mit der Kampagne 'Stoppt Sexismus - auch in der Werbung' an der aktuellen Debatte und lud am Internationalen Frauentag 2018 zu einer Veranstaltung zu diesem brisanten Thema ein. Das Motto 'sex sells' gilt leider immer noch viel zu häufig. Gerade in der Werbung werden Rollenklischees verbreitet und Frauen auf ihr Geschlecht reduziert. Online-Aktionen wie #aufschrei und #metoo machen deutlich, wie viele Frauen auch im 21. Jahrhundert - nicht nur in der Film- und Medienbranche von sexuellen Übergriffen betroffen sind. Justizministerin Katarina Barley forderte kürzlich in der Wochenzeitschrift 'Spiegel' schärfere Gesetze gegen sexuelle Belästigung und verlangt neue, klare Regelungen gegen sexuelle Übergriffe. Herablassendes Verhalten von Männern kenne sie aus ihrer aktiven Zeit als Juristin, verriet die Politikerin in dem Interview. Auch in der Politik würden Frauen häufig mit Bemerkungen über ihr Äußeres und ihr Auftreten sexuell erniedrigt.

Ich möchte Sie dafür gewinnen, dass sich auch die Kommunen im Landkreis Harburg der Kampagne 'Städte und Gemeinden ohne Sexismus' anschließen. Österreich, Bremen und Ulm sind im Hinblick auf Maßnahmen gegen sexistische Werbung bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Diskriminierende Reklame ist dort auf öffentlichen Werbeflächen verschwunden. Werbung gibt gesellschaftliche Rollenbilder weiter und zeigt uns, wie Frauen und Männer angeblich zu sein haben. Bereits Kinder werden früh von diesen Bildern geprägt, die mit der Realität meist wenig zu tun haben. Auch Sie können einen Beitrag leisten und dafür sorgen, dass in Ihrem Wirkungskreis kein Platz ist, für sexistische Werbung.

Mit besten solidarischen Grüßen

Ihre Andrea Schrag