Ministry for Education and Research of the Federal Republic of Germany

07/13/2020 | Press release | Distributed by Public on 07/13/2020 05:40

Grüner Wasserstoff für klimafreundlichen Stahl

'Das, was wir hier gesehen haben, ist im besten Sinne des Wortes ein Vorzeigeprojekt. Es steht für die Zukunft der Schwerindustrie in Deutschland', sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Sie kommt gerade von einer Werkführung bei der Salzgitter AG. Von dort aus soll die deutsche Stahlindustrie in die Zukunft durchstarten: Mit Grünem Wasserstoff als Energieträger soll die Stahlproduktion künftig klimafreundlich werden. Das Ziel: Grüner Stahl.

Daran führt langfristig kein Weg vorbei, wenn Deutschland seine Rolle als führende Industrienation behalten will. 'Wir müssen dafür Sorge tragen, dass Kernbranchen der deutschen Industrie auch in Zukunft wettbewerbsfähig in Deutschland produzieren können', sagt Karliczek. Und sie kündigt an: 'Wir brauchen tragfähige Lösungen für alle Branchen. Die Bundesregierung wird hierzu am Mittwoch das Stahlkonzept im Kabinett verabschieden.' Das Ziel sei eine langfristig starke, international wettbewerbsfähige und klimaneutrale Stahlindustrie am Standort Deutschland. 'Das ist für die Zukunft unseres Landes von herausragender Bedeutung', so die Ministerin.

Mehr Wasserstoff für weniger CO2

Forschung und Innovationen sind die Grundlage für diese Zukunft. Die Arbeit der Salzgitter AG steht dafür exemplarisch: Im Rahmen des Projektes SALCOS erforscht die Salzgitter AG, wie sich mithilfe der sogenannten Direktreduktion CO2-Emissionen vermeiden lassen. Bei der Direktreduktion wird Eisenerz anstatt mit Koks mithilfe von Erdgas oder Wasserstoff zu Eisen reduziert, das dabei als sogenannter Eisenschwamm anfällt. Je höher dabei der Wasserstoffanteil ist, desto weniger CO2-intensiv ist der Vorgang.

Die Einführung der Direktreduktion läuft auf einen Austausch der bestehenden koksbasierten Hochöfen hinaus. Die Integration dieser neuen Anlagen in das bestehende Hüttenwerk ist eine der zentralen Herausforderung von SALCOS. Dafür arbeitet und forscht die Salzgitter AG eng mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. 'Von diesem engen Schulterschluss von Forschung in Wissenschaft und Wirtschaft brauchen wir in Zukunft noch mehr - etwa bei der Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie', fordert Karliczek.

Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft im großen Maßstab

Die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist die Grundlage für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft im großen Maßstab. 'Das Konjunkturpaket der Bundesregierung gibt uns dafür neun Milliarden Euro in die Hand. Das ist viel Geld und zeigt, wie wichtig der Bundesregierung dieses Thema ist', so Bundesforschungsministerin Karliczek. Forschung und Innovation seien dabei der Schlüssel, um aus dem Konjunkturpaket ein echtes 'Kraftpaket' für die Zukunftsfähigkeit Deutschland zu machen.

'Ich bin froh', ergänzte Karliczek, 'dass wir dabei auf innovationsstarke Unternehmen und exzellente Forschungsrichtungen setzen können, die gewillt sind Klimatechnologien 'made in Germany' zu einem neuen Markenzeichen zu machen.' Die Salzgitter AG habe sich - wie viele andere auch - bereits in Richtung Grüner Wasserstoff aufgemacht. Dafür bedankte sich die Ministerin am Ende ihres Besuchs bei ihrem Gastgeber: 'Ich freue mich, dass Ihr Unternehmen Teil der Wasserstoffrepublik Deutschland ist.'