Foreign Office of the Federal Republic of Germany

10/16/2021 | Press release | Distributed by Public on 10/15/2021 23:04

16.10.2021 Artikel

COVID - Konflikte - Klimawandel

Die COVID-Pandemie und ihre Folgen haben weltweit Ernährungsunsicherheit verschärft. Eine Kombination aus wirtschaftlichem Abschwung, Arbeitsplatz- und Einkommensverlusten sowie Preissteigerungen für Lebensmittel haben dazu geführt, dass es besonders in Entwicklungsländern vielen Menschen zunehmend schwerfällt, sich und ihre Familien zu versorgen. Besonders kritisch ist die Ernährungslage in Regionen, die bereits vor der Pandemie von Ernährungsunsicherheit bedroht waren. Aber zunehmend sind auch Länder betroffen, in denen die Ernährungslage bislang nicht kritisch war.

Nicht nur die Pandemie ist Treiber für Ernährungsunsicherheit und Hunger, sondern auch der Klimawandel und gewaltsame Konflikte. Veränderungen des Klimas führen zu immer häufiger auftretenden Extremwetterereignissen. Für Länder, die schon zuvor von Ernährungsunsicherheit betroffen waren - wie die Länder der Sahel-Zone oder in Ostafrika- ist dies häufig besonders einschneidend. Wo gewaltsame Konflikte an der Tagesordnung sind, können Menschen oft ihre Felder nicht mehr bestellen. Dies führt dazu, dass Ernten ausfallen. Mehr als die Hälfte der von Hunger betroffenen Menschen leben in fragilen Staaten.

Im Jahr 2000 hatte sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, eine Welt ohne Hunger zu erreichen. Auch die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, ) aus dem Jahr 2016 bekräftigen das Ziel "Zero Hunger". Dieses Ziel bis 2030 zu erreichen, wird jedoch zunehmend schwieriger.

In Somalia ist die Ernährungsunsicherheit am größten

Laut dem am 14.10. von der Welthungerhilfe veröffentlichten Welternährungsindex 2021 ist die Lage in Somalia besonders dramatisch. Der bereits 30 Jahre anhaltende Konflikt, Dürre, Heuschreckenschwärme und die -Pandemie haben zu weitverbreiteter Unterernährung und Hunger geführt. Auch in Jemen, in der Zentralafrikanischen Republik, in Tschad und in der Demokratischen Republik Kongo ist die Ernährungssituation alarmierend. Insgesamt leiden laut dem Bericht weltweit 800 Millionen Menschen an Hunger.

Deutschland fördert weltweiten Kampf gegen Hunger

Deutschland engagiert sich weltweit im Kampf gegen den Hunger. Denn Ernährungssicherheit ist zentral für Überleben und Würde des Menschen. Nur wenn Ernährung gesichert ist, sind die Voraussetzungen für Frieden und Stabilität gegeben. Deutschland ist zweitgrößter Geber des Welternährungsprogramms () - mit einem Beitrag von rund 1,05 Mrd. Euro im Jahr 2020. Damit konnte das Welternährungsprogramm Menschen weltweit mit Nahrungsmitteln versorgen. Bargeldhilfen lindern nicht nur den Hunger, sondern kurbeln auch lokale Märkte an.

Das Auswärtige Amt fördert zudem eine Vielzahl von Projekten von Nichtregierungsorganisationen, die in mehr als 60 Ländern dem Hunger den Kampf angesagt haben.

Wie die "Tierärzte ohne Grenzen" den Hunger in vier afrikanischen Ländern lindern

Die Nichtregierungsorganisation Tierärzte ohne Grenzen ist mit Unterstützung des Auswärtigen Amts in Sudan, Südsudan, Äthiopien und Kenia aktiv. In allen vier Ländern herrscht latente Ernährungsunsicherheit und es gibt eine große Zahl von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen.

Im Rahmen des Engagements von "Tierärzte ohne Grenzen" erlernen beispielsweise Landwirte und Fischer neue Techniken, mit denen sie ihre Erträge nachhaltig und umweltverträglich steigern können. Gleichzeitig saniert die Organisation zusammen mit der Bevölkerung Wasserstellen und Quellen, damit diese genügend Wasser für Mensch und Tier fördern. Durch den Bau von Deichen und Mauern an Flussufern werden Gemeinden vor Überschwemmungen geschützt, Felder können besser bewirtschaftet werden. Auch Cash-for-Work-Elemente sind Teil des Projekts: Weil die Menschen beim Bau mit anpacken, verdienen sie auch Geld für den Lebensunterhalt.

All diese Aktivitäten tragen dazu bei, die Ernährungssicherheit von 250.000 Menschen in den vier Ländern zu steigern. Deutschland fördert das Projekt mit 6,6 Millionen Euro in den Jahren 2021-2023.